ZUGFeRD 2.5.2 veröffentlicht: Was sich ändert und was im Herbst folgt

ZUGFeRD 2.5.2 korrigiert vor allem Regeln im EXTENDED-Profil. Was sich ändert, wann die Version gilt und was FeRD für Herbst 2026 ankündigt.

Veröffentlicht am 4. August 2026

ZUGFeRD 2.5.2 ist vor allem ein Korrektur-Release für das Profil EXTENDED. Die Änderungen betreffen Funktionen, die bereits mit Version 2.5 eingeführt wurden, um Anforderungen der französischen B2B-E-Rechnungsreform und der kommenden Überarbeitung der europäischen Norm EN 16931 frühzeitig zu berücksichtigen. Für Unternehmen ist jetzt vor allem wichtig, Validierung und Verarbeitung auf den aktuellen Stand zu bringen.

Wann gilt ZUGFeRD 2.5.2?

FeRD und das französische FNFE-MPE haben ZUGFeRD 2.5.2 beziehungsweise das technisch identische Factur-X 1.09.2 am 4. August 2026 veröffentlicht. ZUGFeRD 2.5.2 ist laut FeRD ab dem 1. September 2026 gültig. Zwischen Veröffentlichung und Gültigkeitsbeginn liegen damit 28 Kalendertage.

Eine allgemeine feste Übergangsfrist für jedes ZUGFeRD-Release lässt sich daraus nicht ableiten. Maßgeblich ist das Gültigkeitsdatum, das FeRD für die jeweilige Version nennt.

Ist ZUGFeRD 2.5.2 hauptsächlich ein Frankreich-Update?

Teilweise. Der Schwerpunkt liegt auf Funktionen im Profil EXTENDED, die im Zusammenhang mit der französischen E-Rechnungsreform ergänzt wurden. Diese Funktionen greifen zugleich Elemente der geplanten EN 16931-1:2026 auf. Die Korrekturen sind deshalb nicht ausschließlich für Frankreich relevant, sondern dienen auch der Vorbereitung auf die Weiterentwicklung der europäischen Norm.

Für die Profile BASIC WL, BASIC und EN 16931 fällt eine sichtbare Änderung dagegen klein aus: Die Prüfung des Zahlungskonto-Identifikators trägt nun den korrekten Regelnamen CII-SR-470 statt BR-CO-27. Das Validierungsverhalten bleibt unverändert.

Die wichtigsten Korrekturen im Profil EXTENDED

  • Hierarchische Rechnungspositionen: Untergeordnete Rechnungspositionen werden ausschließlich im EXTENDED-Profil unterstützt. Positionen der Subtypen GROUP und INFORMATION dürfen eine umsatzsteuerliche Leistungszeitpunktangabe auf Positionsebene (BT-X-589) ohne Umsatzsteuerkategorie enthalten. Bei DETAIL-Positionen bleibt der Umsatzsteuerkategoriecode des Artikels (BT-151) verpflichtend.
  • Subtyp bei untergeordneten Positionen: Verweist eine untergeordnete Position über BT-X-304 auf eine übergeordnete Position, muss ihr Subtyp in BT-X-8 angegeben werden. Andere Rechnungspositionen benötigen keinen Subtyp.
  • Mehrere Umsatzsteueraufschlüsselungen: Im EXTENDED-Profil sind mehrere Umsatzsteueraufschlüsselungen (BG-23) derselben Umsatzsteuerkategorie zulässig, wenn unterschiedliche Umsatzsteuerbefreiungsgründe vorliegen.
  • Artikelattribute präzisiert: Ein Artikelattribut kann über einen Namen oder einen Code bezeichnet werden. Es muss entweder einen einfachen Wert oder einen Wert mit Maßeinheit enthalten, aber nicht beides gleichzeitig.
  • Gruppensummen korrekt gerundet: Zwischensummen von Gruppen werden aus den Nettobeträgen ihrer untergeordneten Positionen (BT-131) mit korrekter Rundung auf zwei Dezimalstellen berechnet.
  • Weitere Konsistenzprüfungen: Neue Regeln prüfen unter anderem Nachlässe, Zuschläge, Zahlungsinformationen, Geschäftskontakte, Positionsreferenzen und unterstützende Dokumente in den jeweils betroffenen Profilen.
  • Unterstützende Dokumente: In den Profilen EN 16931 und EXTENDED begrenzen neue Prüfungen die wiederholte Angabe von Dokumentnamen und Anlagen.
  • Validierungsmeldungen: Meldungen zu Umsatzsteuerkategorien und Umsatzsteuersätzen wurden korrigiert. Außerdem besitzt jeder Validierungsbefund nun eine stabile Kennung. Das erleichtert Support, Tests und den Vergleich zwischen verschiedenen Implementierungen.

Zusätzlich wurden die XSD- und Schematron-Prüfartefakte der fünf Profile aktualisiert. XSD beschreibt dabei die zulässige XML-Struktur; Schematron prüft zusätzliche fachliche Regeln. ZUGFeRD 2.5.2 basiert auf UN/CEFACT CII D22B und ist laut FeRD vollständig abwärtskompatibel zu D16B.

Was sollten Unternehmen und Softwareanbieter jetzt tun?

  • die neuen Schema- und Schematron-Dateien in Test- und Validierungsumgebungen übernehmen,
  • vor allem EXTENDED-Rechnungen mit Gruppen-, Informations- und Detailpositionen erneut testen,
  • Testfälle mit mehreren Umsatzsteueraufschlüsselungen und Befreiungsgründen prüfen,
  • Gruppensummen und die Rundung der untergeordneten Positionsnettos nachvollziehen,
  • Nachlässe, Zuschläge, Zahlungsdaten, Kontakte, Referenzen und Anlagen in bestehende Regressionstests aufnehmen,
  • stabile Befundkennungen statt wechselnder Meldungstexte für Support und automatisierte Auswertung verwenden,
  • mit Kunden und Lieferanten abstimmen, welche Profil- und Versionsstände tatsächlich verarbeitet werden.

Eine erfolgreiche technische Validierung bestätigt, dass eine Datei die maschinell prüfbaren Struktur- und Geschäftsregeln erfüllt. Sie ist keine vollständige rechtliche, steuerliche oder fachliche Prüfung der Rechnung.

Was ist für das Herbst-Release 2026 angekündigt?

FeRD stellt ein weiteres ZUGFeRD-Release für Herbst 2026 in Aussicht. Es soll voraussichtlich die Unterstützung von Bruttorechnungen und weitere Funktionen aus der überarbeiteten EN 16931 enthalten. Ein konkretes Veröffentlichungs- oder Gültigkeitsdatum nennt FeRD bislang nicht.

Die angekündigte Bruttorechnungsunterstützung ist besonders für Kassen-, Handels- und Branchensysteme interessant, die von umsatzsteuerhaltigen Endpreisen ausgehen. Wie die neue Funktion technisch ausgestaltet und in welchen Profilen sie verfügbar sein wird, lässt sich erst anhand der endgültigen Spezifikation zuverlässig beurteilen. Den derzeitigen technischen Hintergrund erläutert unser Beitrag Bruttopreise auf Positionsebene: Die Grenze der EN 16931.

Automatische Formatunterstützung in inoxision NG

Produktinformation von inoxision, Stand 4. August 2026: Der von inoxision gepflegte Validierungsdienst aktualisiert technische Validierungsregeln und Codelisten für inoxision NG. Anwender mit aktiver Softwarepflege erhalten darüber im Rahmen der Bereitstellung automatisch Unterstützung für die jeweils aktuellen unterstützten E-Rechnungsformate. Dadurch müssen die zugrunde liegenden Prüfregeln nicht in jedem Unternehmen einzeln gepflegt werden.

Welche Funktionen verfügbar sind, hängt von eingesetzter Version, Lizenz, Konfiguration und Systemumgebung ab. Die technische Validierung unterstützt die automatisierte Verarbeitung, ersetzt aber auch in inoxision NG keine fachliche, steuerliche oder rechtliche Rechnungsprüfung.

Fazit

ZUGFeRD 2.5.2 bringt keine grundlegende Neuausrichtung des Formats. Das Release beseitigt vor allem Inkonsistenzen in den erweiterten Regeln des EXTENDED-Profils und aktualisiert die technischen Prüfartefakte. Für Anwender anderer Profile bleibt der fachliche Änderungsumfang überschaubar. Größere funktionale Erweiterungen könnten mit dem für Herbst 2026 angekündigten Release folgen, insbesondere bei der Verarbeitung von Bruttorechnungen.

Quellen und weiterführende Informationen

Informationsstand: 4. August 2026.